Tariflohn Gebäudereinigung 2026 – Was Reinigungskräfte verdienen müssen.
Der allgemeinverbindliche Tariflohn beträgt seit Januar 2026 15,00 € pro Stunde. Jonathan Ruiz erklärt im Podcast, wie dieser Lohn zustande kommt, was die Phantomlohnfalle bedeutet und warum seriöse Büroreinigung in Hamburg heute mindestens 33 € netto pro Stunde kosten muss.
Wie entsteht der allgemeinverbindliche Tariflohn von 15,00 € in der Gebäudereinigung? Welche existenzbedrohenden Risiken drohen Unternehmen bei falscher Eingruppierung durch die Phantomlohnfalle? Und wie kalkuliert man eine seriöse Büroreinigung in Hamburg?
In Folge 1 der Podcast-Reihe „Sauber kalkuliert“ gibt Inhaber Jonathan Ruiz transparente Einblicke in die betriebswirtschaftliche und rechtliche Realität der Branche. Ohne Floskeln, fundiert belegt anhand der aktuellen Tarifverträge der IG BAU und der Vorgaben der Deutschen Rentenversicherung.
Angebote unter 25 €/Std. bedeuten fast immer Lohndumping
Auftraggeberhaftung nach § 28e SGB IV bei illegalen Preisen
Praxis-Check
4 Situationen in Hamburg, in denen dieser Podcast Geld spart
Der Tariflohn ist keine graue Theorie: In diesen vier alltäglichen Fällen schützt Sie das Wissen aus der Episode vor rechtlichen und finanziellen Risiken.
1. 19-€-Dumpingangebot auf dem Tisch
Ein Dienstleister bietet Büroreinigung am Neuen Wall für 19 € netto/Stunde an.
Haftungsrisiko nach § 28e SGB IV
Unter 33 € kann niemand tariflich sauber kalkulieren. Wer Dumpingangebote annimmt, haftet bei Betriebsprüfungen als Auftraggeber für nicht gezahlte Sozialabgaben des Dienstleisters mit.
2. Reinigungskraft putzt Außenfenster
Ihre reguläre Reinigungskraft putzt regelmäßig Außenfenster der Kanzlei.
Phantomlohnfalle schnappt zu
Außenfenster gehören in Lohngruppe 6 (18,40 €/Std.). Wird nur LG 1 (15,00 €) gezahlt, fordert die Deutsche Rentenversicherung die Beiträge rückwirkend für bis zu 4 Jahre nach.
3. Minijob-Vertretung bei Krankheit
Ihre Minijob-Reinigungskraft soll spontan 4 zusätzliche Stunden wegen Ausfall einspringen.
Minijob-Status kippt sofort
Über 9,25 Stunden pro Woche bei 15,00 €/Std. überschreitet die monatliche Verdienstgrenze von 603 €. Das Beschäftigungsverhältnis wird voll sozialversicherungspflichtig.
4. Budget-Planung 2027 steht an
Sie planen das Reinigungs- und Facility-Budget Ihres Unternehmens für 2027.
Mindestlohn steigt auf 14,60 €
Der Puffer zwischen Mindestlohn und Branchenlohn schrumpft auf 40 Cent. Neue Tarifverhandlungen ab Ende 2026 werden die Stundensätze 2027 spürbar nach oben bewegen.
Preise & Kalkulation
Was seriöse Büroreinigung in Hamburg wirklich kostet
75 bis 80 % der Gesamtkosten in der Gebäudereinigung sind reine Personalkosten. Wenn die Tariflöhne von 13,50 € auf 15,00 € steigen – über 11 % in zwei Jahren –, ist die betriebswirtschaftliche Konsequenz eindeutig: Seriöse Büroreinigung in Hamburg muss ihre Preise anpassen.
Auf den Bruttolohn von 15,00 € kommen rund 25 % gesetzliche Lohnnebenkosten (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Pflegeversicherung, BG BAU), bezahlter Urlaub, Feiertage, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Material und Profi-Geräte (Dr. Schnell, Numatic), Anfahrt, Vertretungsreserve sowie Betriebshaftpflicht bis 5 Mio. €. Daraus errechnet sich ein betriebswirtschaftlich gesunder Mindeststundensatz von mindestens 33 € netto.
Wenn ein Dienstleister heute noch Angebote für 19 € oder 22 € pro Stunde vorlegt, wird entweder die Arbeitszeit unrealistisch gekürzt oder am Lohn gespart. Bei Ruiz kalkulieren wir offen und fair: mit festen Monatspauschalen, monatlicher Kündbarkeit und 100 % eigenen Festangestellten.
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Was Kunden sagen
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DC
Delphi Communications
delphi-com.de
Büro in der Altstadt
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Wir sind sehr zufrieden mit Ruiz Gebäudeservice. Das Team ist zuverlässig, arbeitet gründlich und sorgt immer für ein sauberes Büro. Die Zusammenarbeit läuft reibungslos. Es ist eine große Erleichterung, sich keine Gedanken um die Sauberkeit machen zu müssen.
RF
Robert Fels
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Büro in der HafenCity
★★★★★
Wirklich unkompliziert, flexibel und die Leistung ist klasse! Es wird einfach mitgedacht und das ist sehr viel wert! Danke.
IB
Ivana Bradaric-Meyer
KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH
Büro in der HafenCity
★★★★★
Wir sind mit den Leistungen der Ruiz Gebäudeservice Hamburg mehr als zufrieden und können Sie ganz herzlich weiterempfehlen.
Tarif 2026Wie viel verdient eine tariflich bezahlte Reinigungskraft in Hamburg im Jahr 2026?
Der allgemeinverbindliche Tariflohn für die Innen- und Unterhaltsreinigung (Lohngruppe 1) beträgt seit Januar 2026 15,00 € brutto pro Stunde. In der Glas- und Fassadenreinigung (Lohngruppe 6) liegt er bei 18,40 €/Std. Objektleiter und Meister (Lohngruppen 7–9) erhalten bis zu 23,00 €/Std. Diese Beträge gelten zwingend für alle Reinigungsunternehmen in Deutschland.
RechtsrisikoWas versteht man unter der Phantomlohnfalle in der Gebäudereinigung?
Die Phantomlohnfalle entsteht bei einer falschen tariflichen Eingruppierung. Für die Sozialversicherung zählt nicht der Vertragstext, sondern die tatsächlich geleistete Arbeit. Werden Mitarbeiter für höherwertige Tätigkeiten (z. B. Außenfenster oder Fassaden) eingesetzt, fordert die Deutsche Rentenversicherung bei Betriebsprüfungen rückwirkend Sozialabgaben auf den höheren Lohn nach — unabhängig davon, ob dieser ausgezahlt wurde.
GesetzWarum ist der Tariflohn in der Gebäudereinigung allgemeinverbindlich?
Die Allgemeinverbindlichkeit gilt zwingend für alle Unternehmen der Branche — unabhängig von einer Innungs- oder Verbandsmitgliedschaft. Sie wird vom Bundesarbeitsministerium per Rechtsverordnung erklärt und schützt vor Lohndumping. Sie gilt ausnahmslos auch für Dienstleister aus dem europäischen Ausland, die Mitarbeiter nach Deutschland entsenden.
MinijobWie viele Stunden pro Woche darf ein Minijobber in der Gebäudereinigung 2026 maximal arbeiten?
Bei einem Bruttolohn von 15,00 €/Std. und der Minijob-Grenze von 603 € monatlich darf eine Reinigungskraft maximal circa 9,25 Stunden pro Woche arbeiten. Bei tarifgebundenen IG-BAU-Mitgliedern mit anteiligem Urlaubsgeld sinkt das Limit auf circa 9 Stunden. Jede Arbeitsminute darüber macht die Beschäftigung voll sozialversicherungspflichtig.
KalkulationWarum liegt der realistische Mindeststundensatz für Büroreinigung 2026 bei 33 Euro netto?
75 bis 80 % der Gesamtkosten in der Gebäudereinigung sind reine Personalkosten. Auf den Bruttolohn von 15,00 € kommen rund 25 % gesetzliche Lohnnebenkosten, Material, professionelle Reinigungsmaschinen, Objektleitung, Qualitätssicherung und eine unternehmerische Marge. Daraus errechnet sich ein betriebswirtschaftlich gesunder Mindeststundensatz von mindestens 33 € netto.
AusblickWelche Änderungen beim Tariflohn und Mindestlohn werden für 2027 erwartet?
Der aktuelle Tarifvertrag endet zum 31. Dezember 2026. Da der gesetzliche Mindestlohn im Januar 2027 auf 14,60 € steigt, würde der Puffer ohne Neuverhandlung auf 40 Cent schrumpfen. Die Gewerkschaft IG BAU fordert deutliche Anpassungen, um den Respektabstand für diese körperlich fordernde Arbeit zu wahren.
PrüfschritteWie erkenne ich als Auftraggeber in Hamburg, ob ein Reinigungsunternehmen tariflich sauber kalkuliert?
Vier konkrete Prüfschritte: (1) Stundensätze unter 25 € netto sind ein klares Warnsignal für Lohndumping. (2) Glas- und Fassadenarbeiten müssen in LG 6 (18,40 €) vergütet werden. (3) Unbedenklichkeitsbescheinigung der Krankenkassen, BG-BAU-Mitgliedschaft und Tarifnachweis anfordern, um Nachunternehmerhaftung (§ 28e SGB IV) auszuschließen. (4) Den Anteil festangestellter Mitarbeiter erfragen — Subunternehmerketten sind das häufigste Einfallstor für Unterbezahlung.
Transkript zum Nachlesen
Wortlaut der Episode: Sauber kalkuliert – Folge 1
Vollständiges Transkript des 28-minütigen Gesprächs zwischen Jonathan Ruiz und der Redaktion (ca. 15 Minuten Lesezeit).
📖 Vollständiges Wortlaut-Transkript öffnen (8 Kapitel)Klicken zum Lesen
Redaktioneller Hinweis: Das folgende Transkript wurde aus der Original-Tonspur der Episode 1 erstellt und für optimale Lesbarkeit redaktionell bearbeitet. Der Inhalt entspricht Folge 1 von „Sauber kalkuliert“, dem offiziellen Firmenpodcast von Ruiz Büroreinigung Hamburg.
Kapitel 1: Intro — 700.000 Beschäftigte, ein Leitfaden
Jonathan Ruiz: Willkommen zum offiziellen Firmenaudio-Format von Ruiz Büroreinigung Hamburg. Wir haben heute eine Mission, die auf den ersten Blick nach reiner Mathematik oder trockenem Arbeitsrecht klingt.
Redaktion: Das könnte man im ersten Moment absolut meinen.
Jonathan Ruiz: Aber wenn wir diese Zahlenwelt im Detail auseinandernehmen, entpuppt sich das Ganze schnell als einer der spannendsten Wirtschaftskrimis unseres Alltags. Wir stützen uns heute auf einen brandaktuellen Leitfaden von Ruiz zum Thema Tariflohn Gebäudereinigung 2026.
Redaktion: Was hier wirklich faszinierend ist: Dieser Leitfaden fungiert wie ein perfekter Mikrokosmos der gesamten deutschen Wirtschaft. Wir können beobachten, wie gewerkschaftlich ausgehandelte Tarifverträge, die Inflation der letzten Jahre und politische Entscheidungen rund um Mindestlöhne sich gegenseitig formen.
„Wir sprechen hier von rund 700.000 Menschen, die in Deutschland in diesem Bereich arbeiten. Eine enorme Zahl.“
Kapitel 2: Die 9 Lohngruppen — von 15 € bis 23 € pro Stunde
Jonathan Ruiz: Wir haben heute das Jahr 2026. Diese neuen Tariflöhne, die am 1. Januar in Kraft getreten sind, sind jetzt harte gelebte Realität auf unzähligen Lohnzetteln. Und ein Blick auf die Struktur zeigt sofort: Wir müssen uns von dem Gedanken eines simplen Einheitslohns verabschieden.
Redaktion: Die Gebäudereinigung ist tariflich in insgesamt neun verschiedene Lohngruppen unterteilt. Das spiegelt die enorme Bandbreite an Qualifikationen wider.
Jonathan Ruiz: Nehmen wir das Fundament: Lohngruppe 1, die klassische Innen- und Unterhaltsreinigung. Wer in dieser Gruppe arbeitet, bekommt 2026 genau 15 € pro Stunde. Wer in der Glas- und Fassadenreinigung tätig ist, fällt in Lohngruppe 6 — da sprechen wir von 18,40 € pro Stunde.
Redaktion: Das ist ein deutlicher Sprung.
Jonathan Ruiz: Definitiv. Aber die physischen Anforderungen, die Risiken in der Höhe und die speziellen Techniken rechtfertigen diesen Sprung. Und bei den Lohngruppen 7 bis 9 für Objektleiter und Meister sind wir an der Spitze bei bis zu 23 € pro Stunde.
Kapitel 3: Von 10,56 € auf 15 € — 42 % Anstieg in 7 Jahren
Redaktion: Diese 15 € in der untersten Lohngruppe wirken auf den ersten Blick wie eine glatte, logische Zahl — als wäre das schon immer so gewesen.
Jonathan Ruiz: Ist es aber ganz und gar nicht. 2019 lag der Branchenmindestlohn bei exakt 10,56 €. Von 10,56 auf heute 15 € — das ist ein massiver Anstieg von 42 % innerhalb von nur 7 Jahren.
„Von 10,56 € auf 15 € — ein Anstieg von 42 % in 7 Jahren. Und dieser Sprung passiert nicht in einem Vakuum.“
Redaktion: Besonders aufschlussreich ist der Oktober 2022. Die Politik hat den gesetzlichen Mindestlohn schlagartig auf 12 € angehoben.
Jonathan Ruiz: Die Gebäudereinigerbranche musste sofort reagieren. Sie haben ihren Tariflohn noch im selben Monat auf 13 € hochgezogen. Das war ein purer Überlebensreflex. Wäre der Branchenlohn auf das Niveau des Mindestlohns abgerutscht, hätte niemand mehr einen Anreiz gehabt, diese körperlich fordernde Arbeit zu machen, wenn er im Supermarkt an der Kasse für dasselbe Geld hätte arbeiten können.
Kapitel 4: Die Phantomlohnfalle — eine finanzielle Zeitbombe
Redaktion: Jetzt kommen wir zu einem Begriff, der wie aus einem Wirtschaftsthriller klingt.
Jonathan Ruiz: Die Phantomlohnfalle. Das Prinzip: Für die Eingruppierung in die Lohngruppen ist das, was formal im Arbeitsvertrag steht, völlig irrelevant. Was zählt, ist einzig und allein die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit.
Redaktion: Lass uns ein Beispiel aus Hamburg machen. Du stellst jemanden als Reinigungskraft für eine Büroreinigung in Hamburg ein, im Vertrag steht Lohngruppe 1, du zahlst 15 € — aber im Arbeitsalltag lässt du diese Person regelmäßig die Außenfenster reinigen.
Jonathan Ruiz: Und genau da schnappt die Falle zu. In dem Moment erbringt diese Arbeitskraft eine Leistung der Lohngruppe 6, also Glas- und Fassadenreinigung. Damit stehen ihr rechtmäßig 18,40 € zu.
„Die Rentenversicherung fordert rückwirkend Beiträge auf einen Lohn, den der Mitarbeiter nie gesehen hat. Der Lohn war ein Phantom — aber die Forderung ist sehr real.“
Jonathan Ruiz: Bei einer Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung wird festgestellt, dass der Mitarbeiter eigentlich 18,40 € hätte verdienen müssen. Die Sozialversicherung fordert dann rückwirkend die Beiträge auf diesen korrekten höheren Lohn ein — völlig unabhängig davon, ob dieser jemals ausgezahlt wurde.
Redaktion: Für ein Unternehmen, das dutzende Mitarbeiter über drei oder vier Jahre falsch eingegruppiert hat, summieren sich die Nachforderungen rasend schnell auf Summen, die leicht die Insolvenz nach sich ziehen können.
Kapitel 5: Allgemeinverbindlichkeit — kein Entkommen für niemanden
Jonathan Ruiz: Diese Allgemeinverbindlichkeit wird vom Bundesarbeitsministerium per Verordnung verhängt. Aktuell gilt das für Lohngruppe 1 und Lohngruppe 6. Es bedeutet schlicht: Diese Mindestlöhne sind das absolute gesetzliche Minimum für alle Akteure auf dem Markt — ohne Ausnahme.
Redaktion: Es spielt keine Rolle, ob ein Reinigungsbetrieb Mitglied im Bundesinnungsverband ist oder nicht. Die Tarifbindung wird vom Staat für die gesamte Branche erzwungen.
Jonathan Ruiz: Das geht sogar so weit: Wenn ein polnisches oder niederländisches Unternehmen Mitarbeiter nach Deutschland entsendet, greift sofort die Allgemeinverbindlichkeit. Niemand darf in Deutschland eine Reinigungskraft unter 15 € bezahlen. Es ist ein massiver Schutzschild gegen Lohndumping quer durch Europa.
Redaktion: Schauen wir auf 2026: Branchenlohn 15 € gegenüber gesetzlichem Mindestlohn 13,90 €. Differenz: 1,10 €. Dieser Puffer ist die zwingende Notwendigkeit — Gebäudereinigung bedeutet Arbeit zu Randzeiten, körperliche Belastung und hohe Anforderungen.
Kapitel 6: Was das für Auftraggeber bedeutet — 75–80 % Personalkosten
Jonathan Ruiz: 75 bis 80 % der Gesamtkosten in dieser Branche sind reine Personalkosten. Wenn die Tariflöhne von 13,50 € auf 15 € steigen — über 11 % in zwei Jahren — dann ist die betriebswirtschaftliche Konsequenz klar: Seriöse Büroreinigung in Hamburg muss ihre Preise anpassen. Wir reden für unsere Kunden am Jungfernstieg, in der HafenCity oder in Eppendorf von Stundensätzen jenseits der 33 € — die transparente Festpreiskalkulation macht das nachvollziehbar.
„Wenn ein Dienstleister heute noch die gleichen Preise anbietet wie vor drei Jahren, muss man sich als Auftraggeber ernsthaft fragen, wo gespart wird.“
Redaktion: Entweder wird bei der Qualität gespart — die Reinigungskraft soll plötzlich doppelt so viele Quadratmeter in der gleichen Zeit schaffen, was utopisch ist. Oder es wird bei der Legalität gespart — unbezahlte Überstunden, Phantomlohnfalle.
Jonathan Ruiz: Ruiz Büroreinigung Hamburg versteckt diese wirtschaftliche Realität nicht, sondern kommuniziert sie offensiv als Qualitätsmerkmal. Faire Bezahlung reduziert die Fluktuation. Eingespielte, loyale Teams liefern konstantere Reinigungsqualität. Qualität lässt sich einfach nicht durch Lohndumping erzielen.
Kapitel 7: Minijob-Grenze — maximal 9,25 Stunden pro Woche
Redaktion: Ein riesiger Teil der Belegschaft in der Gebäudereinigung ist auf Minijob-Basis tätig. Die Verdienstgrenze liegt 2026 bei 603 € monatlich.
Jonathan Ruiz: Bei 15 € pro Stunde und maximal 603 € im Monat ist das Einsatzlimit verdammt schnell erreicht. Maximal etwa 9,25 Stunden pro Woche. Jede Minute darüber gefährdet den Status der geringfügigen Beschäftigung.
Redaktion: Und bei IG-BAU-Mitgliedern mit tariflichem Urlaubsgeld sinkt die maximal erlaubte Arbeitszeit weiter — auf circa 9 Stunden pro Woche.
Jonathan Ruiz: Das ist für die Einsatzplanung ein Albtraum — gerade in Hamburg, wo wir in zehn, fünfzehn Bürogebäuden gleichzeitig disponieren. Bei einer Krankheitsvertretung kann man nicht einfach den Minijobber einspringen lassen. Jede einzelne Arbeitsstunde muss exakt getrackt werden. Es beweist einmal mehr: Professionelle Büroreinigung in Hamburg ist ein hochprofessionelles, stark reguliertes Umfeld — und das spiegelt sich auch in der Preisbildung wider.
Kapitel 8: Ausblick 2027 — der Puffer schmilzt auf 40 Cent
Redaktion: Der Tarifvertrag endet am 31. Dezember 2026. Die Parteien formieren sich schon jetzt für die nächste Runde.
Jonathan Ruiz: Die Ausgangslage birgt enormen Sprengstoff. Der gesetzliche Mindestlohn steigt im Januar 2027 planmäßig auf 14,60 €. Wenn der Branchenlohn bei 15 € stehen bliebe, würde der Puffer auf mickrige 40 Cent zusammenschmelzen. Ein Puffer von 40 Cent für körperliche Schwerstarbeit zu Randzeiten — das ist weder psychologisch noch wirtschaftlich darstellbar.
Redaktion: Die IG BAU hat bereits deutliche Signale gesendet, dass extrem harte Verhandlungen bevorstehen. Kernforderungen: Stabilisierung der Reallöhne und ein Gewerkschaftsbonus.
„Werden wir an einen Punkt kommen, an dem staatliche Mindestlöhne Branchentarife überflüssig machen? Oder braucht es für systemrelevante, körperlich harte Arbeit dauerhaft einen Respektabstand?“
Jonathan Ruiz: Die Daten zeigen schonungslos, wie der politische Mindestlohn dem Branchenmindestlohn immer dichter auf den Fersen ist. Das führt zur hochpolitischen Frage: Werden Gewerkschaften im Niedriglohnsektor ihre Gestaltungsmacht an den Gesetzgeber verlieren — oder braucht es für systemrelevante Arbeit immer diesen finanziellen Premiumabstand zum Minimum?
Redaktion: Eine Frage, deren Beantwortung in den nächsten Jahren massiven Einfluss auf alle Dienstleistungsbranchen haben wird — und gerade für Auftraggeber in Hamburg, die Büroreinigung transparent ausschreiben wollen, extrem planungsrelevant ist. Danke für deine Zeit und dein Interesse an unserer Tiefenanalyse.
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